Zeitungskundige haben vielleicht in letzter Zeit häufiger gelesen: „Der Team-Spirit stimmte“, „der Spirit des Konzertes war …“. Selbst die Kolumne „Unter dem Strich“ in dieser Zeitung hat sich mit dem Spirit, dem „Geist“, geistreich auseinander gesetzt. Vielleicht ist Ihnen auch schon die Formulierung begegnet: „Wes Geistes Kinder sind denn die!?“ - frei zitiert aus dem Lukasevangelium Kap. 9, Vers 55.

Gründonnerstag: Jesus feiert mit seinen Jüngern, seinen Freunden, ein fröhliches Fest. Das Fest erinnert alle Juden an ihre Rettung aus Ägypten. Und es gibt reichlich zu essen und zu trinken.

Doch dann kommt der Hammer. Jesus sagt: "Einer von euch wird mich verraten." Nach einer kurzen Schockstarre fragen seine Jünger, einer nach dem anderen, leise und traurig: "Herr, bin ich's?"

„Hosianna in der Höhe! Gelobt sei, der da kommt…“ – na gut, vielleicht nicht gleich „im Namen des Herrn“, so wie wir es am Palmsonntag in der Bibel lesen, als Jesus in Jerusalem eingezogen ist.

Aber ansonsten gleichen sich die Szenen: ein Präsident zieht ein ins weiße Haus und verspricht, die amerikanische Welt wieder groß und schön zu machen. Und viele setzen ihre Hoffnung auf ihn. In der Türkei wirbt Erdogan für ein Gesetz, das die Rechte und den Einfluss des Parlaments beschneidet, damit er als Präsident noch mehr Spielraum hat, um die türkische Welt besser zu machen.

Faszinierendes Konzert des Windsbacher Knabenchors

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Bad Neustadt (new)    Als seien sie Boten einer anderen Welt, trugen die Buben und jungen Männer des Windsbacher Knabenchors einen so himmlisch reinen Gesang in die Christuskirche, dass die Zuhörer von absoluter Faszination ergriffen wurden und sicher im Laufe des Jubiläumsjahres 500 Jahre Reformation noch lange von diesem wunderbaren Konzert schwärmen werden.

Demnächst beginnt die Passionszeit, die sechswöchige auch Fastenzeit vor Ostern. Sie ist eine besondere Zeit im Kirchenjahr. Aber irgendwie scheint uns gegenwärtig auch eine politische Passionszeit ergriffen zu haben: Brexit, erstarkender Nationalismus und Populismus in Europa; und in Amerika ein Präsident, bei dem Fakten und Phantasie regelmäßig durcheinander geraten. Nach der Passionszeit feiern wir in unseren Kirchen das Osterfest. Ostern ist Ausdruck der christlichen Grundgewissheit, dass Gott das Leben über den Tod stellt.

Liebe Gemeinde in Waltershausen und Saal,

am 1. März beginne ich meinen Dienst in Ihrer Gemeinde als Diakonin auf einer halben Pfarrstelle. Ich werde fast alle Aufgaben einer Pfarrerin übernehmen: Gottesdienste feiern, Geburtstags- und Krankenbesuche machen, Menschen beerdigen, Konfirmandenarbeit und Anderes ... . Die Stelle wird an Bad Neustadt angegliedert sein und Pfarrerin Gerhild Ehrmann wird die Pfarramtsführung übernehmen.

Mit der zweiten halben Stelle werde ich im Dekanat die Altenheimseelsorge in unterschiedlichen Einrichtungen übernehmen.

Sie fragen sich sicher, wer das ist, die zu Ihnen kommen wird?

Protestanten könnten Religionsdialog moderieren

Christian Nürnberger traut es ihnen zu

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Bad Neustadt (new)   Einen spannenden und fundierten Vortrag erwartete Dekan Matthias Büttner vom Mainzer Publizisten Christian Nürnberger – und bekam ihn ebenso wie alle Gäste, die der Einladung zum Empfang des evangelischen Dekanatsbezirks in die Christuskirche gefolgt waren.

Im Gedenken an „ 500 Jahre Reformation“ warf der vielseitige und engagierte Autor und Journalist einen humorvollen, kritisch hinterfragenden Blick auf die Situation, in der sich der Mönch und fromme Katholik Martin Luther vor fünf Jahrhunderten befand. Seine Absicht sei niemals die Spaltung der Kirche gewesen, sondern ihm ging es darum, dem Ablasshandel ein Ende zu bereiten. Mit beinahe kabarettistischen Federstrichen skizzierte Nürnberger dieses Unwesen, auf ähnliche Weise analysierte er den Nährboden, auf dem sich die evangelische Kirche entwickelte.

Zu meinen Kindheitserinnerungen gehört das Bild meines blinden Großvaters, der in der Küche auf der Eckbank saß und gebannt seinem Radio zuhörte. Da gab es eine Sendung, die hieß: „Sie wünschen, wir spielen!“ Zuhörer konnten beim Sender anrufen (!) und einen Musikwunsch durchgeben. Wer Glück hatte, dessen Liedwunsch wurde gespielt. Und es waren meist Lieder, die die Menschen mit einem anderen Menschen verbanden oder die aus der Vergangenheit stammten, verschollen oder nicht mehr zu bekommen waren.

Dem alten Goethe wird nachgesagt, er habe noch auf  dem Totenbett  "mehr Licht" verlangt. Es ist wohl eher eine Anekdote, die dem Leben dieses Universalgenies auf dessen Totenbett die passende Überschrift verleihen soll. Klar, dass Goethe hier nicht vom Energiesparlampen redet, sondern von mehr Geist und Erleuchtung.

Sehnsucht - die innere Triebkraft für eine heile, schöne, harmonische Welt bestimmt uns Menschen weithin. Sehen wir das in Gefahr, entsteht Angst. Lässt die Angst nicht nach, wird sie zur Furcht. Und Furcht macht krank, zerstört, belastet, setzt Wut-Kraft und Kampf-Aggression frei. Dieses Gefühl bei Menschen zu verstärken oder es gar einzuspannen für eigene Machtvorteile scheint mir nicht nur dumm und unverantwortlich sondern auch geradezu verbrecherisch.