Für die Regionalausgabe Rhön-Grabfeld der Zeitung "Mainpost" verfasst jede Woche eine Person aus der evangelischen oder katholischen Kirche einen kurzen geistlichen Impuls als "Wort zum Wochenende". Wir veröffentlichen die Texte hier mit kleiner Verzögerung und lassen der Mainpost damit den Vortritt. Weitere "Worte zum Wochenende" kann man auf der homepage www.mainpost.de mit der Suchfunktion finden.
Für das Wochenende ab 13. Mai 2026 schrieb Jürgen Schwarz, Teampfarrer im pastoralen Raum Bad Königshofen:
Unter den freundlichen Augen Gottes
Der Mai ist für viele Menschen mit einer der schönsten Monate des Jahres. „Wonne-Monat“ wird er genannt, trägt er doch die Zeichen des aufbrechenden Lebens deutlich bei sich. Auch Erich Kästner nennt ihn in der ersten Strophe seines Gedichtes „Der Mai“ den „Mozart des Kalenders“. Und auch in der Natur ist jetzt diese „Aufbruchs-Stimmung“ mit allen Sinnen zu erleben. Die Lebensfülle ist buchstäblich mit Händen zu greifen – das Wachsen und Blühen, die Blumen und Farben. Nach den manchmal strengen Wintertagen drängt nun das Leben mit großen Schritten an die Oberfläche. Es schenkt große Freude schon beim Zusehen, wie sich das neue Leben in der Natur regt und entfaltet.
Kirchlich befinden wir uns in der „österlichen Aufbruchszeit“. Das Osterdatum ist zwar Geschichte, das Osterereignis aber Gegenwart. Für mich die schönste Zeit im Kirchenjahr, weil das aufblühende, neue Leben durch Christi Auferstehung in vielfältiger Weise begangen wird. 50 Tage lang – bis zum Pfingstfest – hört die Gemeinschaft der Glaubenden nicht auf, von diesem Ereignis vor rund 2000 Jahren zu erzählen. Seitdem prägt und verändert es das Leben der Menschen immerfort.
Braucht nicht gerade unsere Zeit und Welt mit ihren vielen Kriegs- und Krisengebieten solche Hoffnungsbotschaften? Wir verschließen damit nicht die Augen vor der Realität, und doch sehen wir sie aus der österlichen Botschaft von der Auferstehung Christi von einem anderen Blickwinkel aus! „Hab Mut, steh auf!“ lautet das Motto des heute Abend in Würzburg beginnenden 104. Katholikentages. Auch er will einladen, dem „aufbrechenden“ Leben in uns und um uns herum immer mehr Raum zu geben. Wie der Frühling in der Natur wollen auch wir für die kleinen aber feinen Aufbruchszeichen des persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens aufmerksam werden und bleiben.