Für die Regionalausgabe Rhön-Grabfeld der Zeitung "Mainpost" verfasst jede Woche eine Person aus der evangelischen oder katholischen Kirche einen kurzen geistlichen Impuls als "Wort zum Wochenende". Wir veröffentlichen die Texte hier mit kleiner Verzögerung und lassen der Mainpost damit den Vortritt. Weitere "Worte zum Wochenende" kann man auf der homepage www.mainpost.de mit der Suchfunktion finden.
Für das Wochenende ab 24. April 2026 schrieb Corinna Zipprich, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum „Am Kreuzberg“:
Liebe Leserin, lieber Leser!
Gebannt blickte die Welt vergangene Woche auf die Straße von Hormus, als einige wenige Schiffe ihr unfreiwilliges Verweilen in den dortigen Häfen beendeten und das kurze Zeitfenster nutzten, um die gefährliche Meerenge zu passieren. Ich habe mir das immer wieder bildlich vorgestellt: Wie die Schiffe wochenlang im Persischen Golf festsaßen, die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe längst ausgeflogen, ebenso große Teile der Crew. Es blieben die zurück, die die absolut notwendigen Arbeiten verrichtet haben - allen voran der Kapitän. Der überstürzte Aufbruch glich einer hochrisikoreichen Aktion, da direkter Beschuss, Seeminen und weitere Blockaden drohten.
Wie mag es wohl Petrus und den anderen Aposteln ergangen sein, nachdem sie ohne ihren Meister das junge Glaubensschiff durch die Wellen der Zeit navigieren mussten? Petrus übernimmt die Aufgabe des Kapitäns und geht voran. Seine mutige und überzeugende Rede ist an diesem Wochenende für die katholischen Gottesdienste als 1. Lesung vorgesehen (Apostelgeschichte 2,14a.36-41). Er wandelt sich von einem Jünger, der aus Angst seinen Herrn verleugnet, zu einem furchtlosen Zeugen des Glaubens. Wie die Kapitäne in der Straße von Hormus sah auch er sich diversen existenziellen Bedrohungslagen ausgesetzt: von lokaler Verfolgung, Ausgrenzung bis zur staatlich sanktionierten Vernichtung. Aber: Unermüdlich erfüllen die Zwölf weiter ihre Mission. Ihr Anker ist die Hoffnung: auf ein gutes Ende, auf Rettung, auf Frieden, auf Heilung. Ich wünsche uns allen diesen starken und sicheren Anker der Hoffnung in stürmischen Zeiten.