"Wort vom Wochenende" - der geistliche Impuls aus der Regionalausgabe der Mainpost

Für die Regionalausgabe Rhön-Grabfeld der Zeitung "Mainpost" verfasst jede Woche eine Person aus der evangelischen oder katholischen Kirche einen kurzen geistlichen Impuls als "Wort zum Wochenende". Wir veröffentlichen die Texte hier mit kleiner Verzögerung und lassen der Mainpost damit den Vortritt. Weitere "Worte zum Wochenende" kann man auf der homepage www.mainpost.de mit der Suchfunktion finden.

Für das Wochenende ab 20. März 2026 schrieb Regina Bühner, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum am Kreuzberg:

Liebe Leserin, Lieber Leser, 

„Es ist normal, verschieden zu sein.“ Dieses Zitat stammt vom ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Er warb damit für ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Es passt somit gut zum morgigen Welt-Downsyndrom-Tag. Seit 20 Jahren setzt dieser Tag ein Zeichen für Inklusion und Akzeptanz gegenüber Menschen mit Down-Syndrom. Also ein sehr wertvoller Gedenktag.
Aber was ist eigentlich normal? In meinem derzeitigen Fastenkalender lese ich ein Zitat von Matt Haig: „Normal ist subjektiv. Auf unserem Planeten gibt es sieben Milliarden Versionen von normal.“ Das gefällt mir gut. Aber die Definitionen von „normal“ sind leider in unserer Gesellschaft manchmal doch etwas eingeschränkter. Meist muss alles in eine gewisse Norm passen.
Das fängt schon früh an. Ein „normales“ Kind muss in der ersten Klasse stillsitzen können. „Normal“ steht man mit 25 Jahren auf eigenen beruflichen Füßen und „normal“ heiratet Mann eine Frau. Und das geht dann immer so weiter im Leben. Bloß keine Abweichungen von der Norm.
Aus der christlichen Perspektive meine ich, dass sich Gott das anders gedacht hat mit seiner Schöpfung. Stellen sie sich einmal vor: Weltweit gibt es etwa 4500 bis über 6000 verschiedene Marienkäferarten. Welch große Vielfalt! Wenn der Schöpfer dieses Universums schon bei Marienkäfern so vielfältig gedacht hat, wie viel mehr dann bei uns Menschen? 
Freuen wir uns also nicht nur in der Natur über Vielfalt, sondern auch bei uns Menschen. Vielfalt in jeder Hinsicht. Einzigartig und wertvoll, jede und jeder in seiner Art.
Ein Tipp für morgen: zwei ungleiche Socken tragen als Zeichen der Wertschätzung von Unterschieden. Denn: „Es ist normal, verschieden zu sein.“