Für die Regionalausgabe Rhön-Grabfeld der Zeitung "Mainpost" verfasst jede Woche eine Person aus der evangelischen oder katholischen Kirche einen kurzen geistlichen Impuls als "Wort zum Wochenende". Wir veröffentlichen die Texte hier mit kleiner Verzögerung und lassen der Mainpost damit den Vortritt. Weitere "Worte zum Wochenende" kann man auf der homepage www.mainpost.de mit der Suchfunktion finden.
Für das Wochenende ab 24. Juli 2026 schrieb Stefan Wurth, Bildungsreferent des Evang.-Luth. Dekanatsbezirks
Bad Neustadt an der Saale:
Liebe Leserin, lieber Leser,
„Glaube“ und „Würde“ sind zwei große Begriffe. In Verbindung haben sie in unserer Gesellschaft besonders hohes Gewicht – noch, kann man sagen. Noch wird sie hoch gehandelt, die Währung der „Glaubwürdigkeit“. Diese Währung verfällt überall da, wo eigene Worte und Ansprüche an andere selbst nicht eingehalten werden. Wo hinter großem Gehabe Profitdenken, Eigennutz, kalte Berechnung und unhaltbare Versprechungen sichtbar werden. Einzelpersonen in herausgehobener Stellung oder ihre Organisationen geraten dann zu Recht in die Kritik und verlieren an Unterstützung. Wer die Macht hat, Regeln aufzustellen, muss sich auch selbst daran halten. Sonst kommt es zu „Glaubwürdigkeitsverlust“ und das hat kurz- oder langfristig Konsequenzen. Mächtige weltgestaltende Institutionen wie z.B. politische Parteien oder die FIFA müssen sich an den Maßstäben messen lassen, die sie selbst verkünden. Sonst entsteht ein fader Beigeschmack, der das Ganze auf Dauer ungenießbar macht. Seinen Jüngern hat Jesus einmal gesagt: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.“ (Mat.5,13) Besonders uns Christen und den Kirchen muss das stets eine Mahnung sein. Nur wenn wir unseren Glauben würdig leben und zeigen, können wir im Sinne Jesu in der Welt wirken. Eigennutz, Selbstdarstellung, Profitdenken, das Messen mit zweierlei Maßstäben usw. machen das wertvolle Salz des Glaubens kraftlos. Deswegen schreibt Paulus an eine der ersten christlichen Gemeinden: "Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit." (Eph.5,8+9) Beide biblischen Texte werden in vielen evangelischen Gottesdiensten dieses Wochenende gelesen und bedacht. Ich meine, dieses „Wandeln“ täte uns allen gut und wir Christen sollten uns täglich daran orientieren.