Für die Regionalausgabe Rhön-Grabfeld der Zeitung "Mainpost" verfasst jede Woche eine Person aus der evangelischen oder katholischen Kirche einen kurzen geistlichen Impuls als "Wort zum Wochenende". Wir veröffentlichen die Texte hier mit kleiner Verzögerung und lassen der Mainpost damit den Vortritt. Weitere "Worte zum Wochenende" kann man auf der homepage www.mainpost.de mit der Suchfunktion finden.
Für das Wochenende ab 23. Oktober schrieb Corinna Zipprich, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum „Am Kreuzberg“:
Liebe Leserin, lieber Leser,
welch befreiendes Gefühl, wenn die Wohnung oder das Haus gründlich aufgeräumt ist. Wenn man es endlich geschafft hat, den Keller auszumisten. Um so manchen Krimskrams erleichtert stellt sich ungeahnte Leichtigkeit ein. Die äußere Ordnung wird innen spürbar.
Von diesem Glücksgefühl schreibt die jüdische Lyrikerin Mascha Kaléko: „In mir ist alles aufgeräumt und heiter: Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt. An solchen Tagen erklettert man die Leiter, die von der Erde in den Himmel führt. Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben, - weil er sich selber liebt - den Nächsten lieben.“
Auch unser „inneres Haus“ will aufgeräumt und entmüllt werden. Daran denke ich, wenn ich Jesu Worte im Evangelium des kommenden Sonntags höre (Mt 22, 34-40). In zwei Sätzen fasst er die 613 Ge- und Verbote des jüdischen Lebens zusammen. Mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all meinen Gedanken soll ich meinen Gott lieben. Und „wie mich selbst“ soll ich meinen Nächsten lieben.
„Wie dich selbst“, das heißt: In mir aufgeräumt haben, das innere Feuer lodern lassen, ein Stück Himmel spüren, in sich ruhen, durchatmen. Ja, an solchen Tagen erklettert man die Leiter, die von der Erde in den Himmel führt. An solchen Tagen kann ich auch, „wie es mir vorgeschrieben“, - weil ich mich selber liebe - meinen „Nächsten lieben“.
„Wie dich selbst“ - mich von dem lösen, was nicht gesund für mich ist - von Menschen, Speisen, Dingen, Situationen und von allem, das mich immer wieder hinunterzieht, weg von mir selbst.
Möge uns das immer häufiger gelingen!