"Wort vom Wochenende" - der geistliche Impuls aus der Regionalausgabe der Mainpost

Für die Regionalausgabe Rhön-Grabfeld der Zeitung "Mainpost" verfasst jede Woche eine Person aus der evangelischen oder katholischen Kirche einen kurzen geistlichen Impuls als "Wort zum Wochenende". Wir veröffentlichen die Texte hier mit kleiner Verzögerung und lassen der Mainpost damit den Vortritt. Weitere "Worte zum Wochenende" kann man auf der homepage www.mainpost.de mit der Suchfunktion finden.

Für das Wochenende ab 16. Oktober schrieb Erwin Kruczek, ehrenamtlicher Krankenhausseelsorger am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt:

Liebe Leserinnen und Leser,
in den Medien erreichen uns täglich beunruhigende Nachrichten: Krieg, Cyberangriffe, Energiekrise, Arbeitsplatzverlust und die Folgen des Klimawandels – Überschwemmungen, Hitze, Trockenheit und Waldbrände. Vertraute Sicherheiten gehen verloren. Die Botschaft scheint zu lauten: Fürchtet euch sehr!
Im Februar 2022 sprach Olaf Scholz von einer Zeitenwende für unseren Kontinent. Tatsächlich ist sie weit größer, tiefgreifender und umfassender als gedacht. Zeitenwenden waren noch nie gemütliche Zeiten (z.B. Französische Revolution, die Reformation usw.). Große Umbrüche waren stets mit Unsicherheit, Not, Leiden und oft mit Krieg und Blutvergießen verbunden. Also doch: Fürchtet euch sehr!
Dem „Fürchtet euch sehr“ steht Jesu Satz entgegen: „Fürchtet euch nicht!“. Soll man drohende Gefahren einfach ignorieren: zunehmende Radikalisierung oder die Ausgrenzung von Menschen oder den Klimawandel, Unrecht einfach hinnehmen? Orientierung gibt hier ein weiterer Satz von Jesus: „Seid klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben“ (Mt 10,16). 
Klug ist es, sich nicht von Ängsten beherrschen zu lassen. Abstand zu gewinnen hilft. Distanz schafft Effizienz und lässt Zusammenhänge besser erkennen. Wichtig ist, die Zeitenwende für positive, zukunftsfähige Veränderungen nutzen. Als Einzelne können wir keine Kriege beenden. Aber in unserem Umfeld können wir doch vieles positiv verändern. Als Erstes bei uns selbst! Gerade jetzt gilt es, wach hinzusehen, verantwortlich zu handeln und Hoffnung zu bewahren. Veränderung beginnt bei uns selbst und wirkt über unser Umfeld hinaus. Dabei mag ein bekanntes Gebet helfen:

„Herr, gib mir den Mut, zu ändern, was ich ändern kann, 
die Gelassenheit, hinzunehmen, was ich nicht ändern kann, 
und die Weisheit, beides voneinander zu unterscheiden.“