Für die Regionalausgabe Rhön-Grabfeld der Zeitung "Mainpost" verfasst jede Woche eine Person aus der evangelischen oder katholischen Kirche einen kurzen geistlichen Impuls als "Wort zum Wochenende". Wir veröffentlichen die Texte hier mit kleiner Verzögerung und lassen der Mainpost damit den Vortritt. Weitere "Worte zum Wochenende" kann man auf der homepage www.mainpost.de mit der Suchfunktion finden.
Für das Wochenende ab 25. September schrieb Thomas Volkmuth, Diakon im Pastoralen Raum Bad Neustadt:
Liebe Leserin, lieber Leser,
stellen Sie sich vor: In unser Land kommen viele junge Menschen. Sie wollen arbeiten, sich einbringen, hier mit uns leben. Wir heißen sie willkommen, schaffen Rahmenbedingungen für ihren Start in unserer Gesellschaft. Durch sie werden viele unserer Probleme kleiner: die Überalterung unserer Gesellschaft; der Personalmangel in vielen Berufen, ob Handwerk, Pflege oder andere Bereiche; die hohen Kosten der Renten; um nur einige Beispiele zu nennen.
An den jungen Menschen liegt es nicht. Sie kommen. Aber statt sie bereitwillig aufzunehmen, lehnen wir sie ab. Wir weisen sie schon zum großen Teil an den Grenzen zurück auch mit Gewalt, kasernieren sie in Sammelunterkünften, in denen oft menschenunwürdige Lebensbedingungen vorherrschen. Haben sie sich trotz aller Widrigkeiten gut eingelebt und Arbeit gefunden, werden sie oft wieder ausgewiesen, abgeschoben.
Statt ein Miteinander, bieten wir ihnen ein Gegeneinander und das kann aggressiv machen - beide Seiten. Statt Offenheit: Abschottung und Isolierung. Mögliche Gründe hierfür sind unter anderem Ängste, Vorurteile, Misstrauen.
Damit vergeben wir eine große Chance für unser aller Zukunft. Schade. Denn das könnte eine menschliche Alternative für unser Land sein, eine Win-Win Situation. Und dies sollte eigentlich für unser humanistisches, christliches Land selbstverständlich sein. Aber sind wir das überhaupt noch?