Für die Regionalausgabe Rhön-Grabfeld der Zeitung "Mainpost" verfasst jede Woche eine Person aus der evangelischen oder katholischen Kirche einen kurzen geistlichen Impuls als "Wort zum Wochenende". Wir veröffentlichen die Texte hier mit kleiner Verzögerung und lassen der Mainpost damit den Vortritt. Weitere "Worte zum Wochenende" kann man auf der homepage www.mainpost.de mit der Suchfunktion finden.
Für das Wochenende ab 2. Januar 2026 schrieb Andreas Hutzler, katholischer Teampfarrer in Salz:
Liebe Leserin, lieber Leser,
ich sitze hier am Ende eines Jahres und soll eine Botschaft schreiben, die Sie erst im Neuen Jahr erreicht. Was kommt da auf mich zu? Datumswechsel oder Zeitenwende?
Wenn wir einen neuen Kalender beginnen, heißt doch das noch lange nicht, dass auch etwas Neues kommt. Zumal mein Kalender für 2026 nicht leer, sondern längst wieder gut gefüllt ist.
Ob ein Jahr neu wird, liegt an uns. Je enger wir uns an Gott festhalten, je deutlicher wird, dass wir seine Kinder sind, desto mehr wird sich ganz Neues zeigen. Wir werden neu denken, neu sprechen. Manche werden dann sogar sagen, sie hätten Altes hinter sich gelassen und ein neues Leben angefangen.
Ob ein Jahr neu wird, hängt auch davon ab, ob wir lernen, Mensch und Welt in neuer Weise anzuschauen. Vieles wird ganz neu, wenn es uns gelingt, manches wieder so wie beim ersten Mal anzuschauen: unsere Kinder wieder mit der Freude und Dankbarkeit anzusehen wie einst das erste Mal nach der Geburt, das gleiche dankbare Staunen; den Ehepartner wieder so anzusehen, wie damals, als ich nicht genug vom Anblick bekommen konnte; aber auch die Menschen im Betrieb, im Treppenhaus, im Supermarkt wieder neu ansehen. Da bekommen Menschen wieder Ansehen bei mir, neues Ansehen und unsere Beziehung wird lebendig. Und auch unser Verhältnis zu Gott kann wieder erneuert werden.
Nehmen wir doch einfach den Segen mit durchs Neue Jahr, der uns Katholiken immer in der Lesung des Neujahrsgottesdienstes zugesagt wird:
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.
Ein Gott gesegnetes Neues Jahr wünscht Ihnen von ganzem Herzen,
Andreas Hutzler, Teampfarrer in Salz
mit freundlichen Grüßen,
Andreas Hutzler