Für die Regionalausgabe Rhön-Grabfeld der Zeitung "Mainpost" verfasst jede Woche eine Person aus der evangelischen oder katholischen Kirche einen kurzen geistlichen Impuls als "Wort zum Wochenende". Wir veröffentlichen die Texte hier mit kleiner Verzögerung und lassen der Mainpost damit den Vortritt. Weitere "Worte zum Wochenende" kann man auf der homepage www.mainpost.de mit der Suchfunktion finden.
Für das Wochenende ab 5. Juni 2026 schrieb Christian Klug, Pastoralreferent aus Bad Neustadt:
Liebe Leserin, lieber Leser,
auf den Straßen unserer Städte und Dörfer ist es am Donnerstag z.T. wieder bunt zugegangen und in manchen wird das in den nächsten Tagen noch kommen. Aber nein, kein vorgezogener Faschingszug, sondern ein katholisches Hochfest ist der Anlass: Fronleichnam. Katholische Christen feiern die Gegenwart Christi im Brot der Eucharistie. Natürlich können damit viele, an denen die Prozession vorbeizieht, nichts anfangen. Und mancher empfindet es vielleicht als aufdringlich, was die Katholiken da veranstalten dürfen. Aber vielleicht kann man es auch so sehen: In einer immer säkularer werdenden Gesellschaft, ist eine Fronleichnamsprozession eben eine Demonstration unter vielen. Da demonstriert halt keine Partei, da wird nicht gegen etwas protestiert, da gibt es statt Trillerpfeifen Blasmusik und statt Protestreden Gebete. Beides darf und sollte sein, denke ich. Und was da „demonstriert“ wird, was da in der „Monstranz“ gezeigt und was gebetet und gesungen wird, steht für eine Botschaft von Liebe, Frieden, Verständigung und von Hoffnung auf Heil und Zukunft. Auch liebevoll gerichtete Blütenteppiche zeugen davon, dass dies eine Demonstration für das Leben und Ausdruck von Dank für Gottes Zuwendung ist. Jenseits von Konfessionen, ja sogar Religionen, ist das bestimmt keine Demonstration, die einem sauer aufstoßen muss, finde ich. Und ehrlich: Den freien Tag, den nehmen doch alle gerne! Vielleicht ist ja da auch mal Zeit, über so was wie Liebe, Zukunft usw. nachzudenken - ganz unabhängig vom eigenen Glauben.