Für die Regionalausgabe Rhön-Grabfeld der Zeitung "Mainpost" verfasst jede Woche eine Person aus der evangelischen oder katholischen Kirche einen kurzen geistlichen Impuls als "Wort zum Wochenende". Wir veröffentlichen die Texte hier mit kleiner Verzögerung und lassen der Mainpost damit den Vortritt. Weitere "Worte zum Wochenende" kann man auf der homepage www.mainpost.de mit der Suchfunktion finden.
Für das Wochenende ab 10. Juli 2026 schrieb Elisabeth Hauck, katholische Gottesdienstbeauftragte, aus Nordheim/Rhön:
Liebe Leserin, lieber Leser,
Urlaubszeit – Reisezeit
Was packe ich in meinen Koffer? Ein beliebtes Thema. Was benötige im Urlaub? Zuerst lege ich alles zurecht, von dem ich meine, dass es auf jeden Fall mit muss. Dann sortiere ich aus. Was brauche ich nicht unbedingt. Worauf kann ich im Urlaub verzichten. Bin ich aber dann noch für alle Eventualitäten gerüstet? Am Ende stelle ich fest, dass der Koffer trotzdem wieder viel zu schwer beladen ist und so mancher unnötige Kram überdies noch Platz wegnimmt.
So geht es auch im Alltag. Was schleppen wir Tag für Tag mit uns herum an Taschen, Beuteln, Rucksack. Was tragen wir aber auch an seelischem Ballast in uns. Da gehören Abschiede, Krankheiten, Trennungen, Todesfälle dazu. Solche Erlebnisse belasten schwer. Natürlich gibt es auch erfreuliche Begegnungen, Erlebnisse und Erfahrungen, die wir gerne in unserem Herzen tragen.
Die täglichen Anforderungen in Familie und Beruf, Handynachrichten, Mails, Termine hetzen uns durch den Tagesablauf. Immer mehr Menschen suchen in dieser schnelllebigen Zeit Ruhepole und Orte zum Auftanken. Das kann ein Besuch in einer stillen Kirche sein, eine Wanderung in der Rhön oder einfach auf einer Bank an einem ruhigen See sitzen. Hier können wir neue Kraft schöpfen.
Im Matthäusevangelium heißt es: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ Ich denke, Jesus meint damit, dass wir beim ihm zur Ruhe kommen können. Wir dürfen unsere seelischen Lasten bei Gott abladen. Trauen wir uns und vertrauen darauf, dass Gott uns tragen hilft. Das erleichtert den Rucksack in unserm Inneren, unser Herz und unsere Seele. Ich wünsche Allen eine leichte Sommerzeit.