Für die Regionalausgabe Rhön-Grabfeld der Zeitung "Mainpost" verfasst jede Woche eine Person aus der evangelischen oder katholischen Kirche einen kurzen geistlichen Impuls als "Wort zum Wochenende". Wir veröffentlichen die Texte hier mit kleiner Verzögerung und lassen der Mainpost damit den Vortritt. Weitere "Worte zum Wochenende" kann man auf der homepage www.mainpost.de mit der Suchfunktion finden.
Für das Wochenende ab 28. August 2026 schrieb Regina Bühner, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum am Kreuzberg:
Liebe Leserin, lieber Leser!
„Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“
Dieses Bibelwort ist das Leitwort des diesjährigen Ökumenischen Schöpfungstages, der seit 2010 offiziell immer am ersten Freitag im September stattfindet. Es ist ein Tag, an dem alle christlichen und orthodoxen Kirchen gemeinsam für die Bewahrung der Erde beten.
Die Frage „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“
findet man im Ersten Testament im Buch Hiob im 38. Kapitel. Wir lesen in poetischen Bildern, wie Gott die Erde geschaffen hat und Gott erinnert Hiob daran, dass er als Mensch nur ein kleiner Teil in diesem „weiten Raum“ der Schöpfung ist. Sie hat einen Eigenwert, weil sie Gottes Schöpfung ist, unabhängig von ihrem Nutzen für uns Menschen. Die Erde war schon da und gut, lange bevor der Mensch geschaffen wurde. Aber seit der Mensch da ist, braucht er die Erde. Er gebraucht und verbraucht sie. Mittlerweile mehr als die Erde es kann.
Resignation bringt nicht weiter, sondern vielmehr Demut und Ehrfurcht zu haben vor allem, was uns umgibt. Wer die Größe der Schöpfung erkennt und wertschätzt, wird sie nicht mehr als bloße Ware, sondern als heiliges Geschenk betrachten und dementsprechend verantwortlich handeln.
Mir wurde die Weite der Erde in beeindruckender Weise im August bewusst beim Anblick eines wunderbaren Sternenhimmels. „Staunenswert sind deine Werke!“ (Psalm 139,14) kam mir da in den Sinn und ein Gefühl, dass ich nur ein kleines Licht im riesigen Universum bin und doch ein Teil davon. Und als Teil dieser Erde lade ich sie an diesem ökumenischen Schöpfungstag ein, die Weite der Erde ganz neu zu erkennen. Schauen, hören, riechen und fühlen sie doch einmal ganz bewusst und aufmerksam, was ihnen am heutigen Tag begegnet.
Sie werden staunen!