Für die Regionalausgabe Rhön-Grabfeld der Zeitung "Mainpost" verfasst jede Woche eine Person aus der evangelischen oder katholischen Kirche einen kurzen geistlichen Impuls als "Wort zum Wochenende". Wir veröffentlichen die Texte hier mit kleiner Verzögerung und lassen der Mainpost damit den Vortritt. Weitere "Worte zum Wochenende" kann man auf der homepage www.mainpost.de mit der Suchfunktion finden.
Für das Wochenende ab 20. Februar 2026 schrieb Christian Klug, Pastoralreferent im Pastoralen Raum Bad Neustadt:
Liebe Leserin, lieber Leser,
seit drei Tagen haben Christen Fastenzeit - aber auch Nichtchristen können dem Fasten viel abgewinnen. Ich zitiere aus Deutschlandfunk Kultur vom März 2025: „Fasten ist seit einigen Jahren Dauerbrenner unter den Lifestyle Trends. (…) Heute gibt es jede nur erdenkliche Art des Fastens, vom Verzicht auf soziale Medien über den Besuch eines Schweigeklosters, von der Autopause bis hin zum Vermeiden jeglicher Art von Lügen: Alles ist denkbar (...)“
Ich finde es hoffnungsvoll, dass in unserer Konsumgesellschaft ausgerechnet so etwas wie Fasten zum Lifestyle werden kann! Und ich möchte gerne eine Anregung dazulegen: Nicht Verzicht, also „weniger“, sondern „mehr“, nämlich: Mehr Menschlichkeit!
Vor ca. 2500 Jahren ruft ein Prophet den Gläubigen in Gottes Namen zu: „Ist nicht das ein Fasten, wie ich es wünsche: Die Fesseln des Unrechts zu lösen, (...) Unterdrückte freizulassen (…), dem Hungrigen dein Brot zu brechen, obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deiner Verwandtschaft nicht zu entziehen? Wenn du Unterjochung aus deiner Mitte entfernst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemandem übel nachredest, dann geht im Dunkel dein Licht auf.“ (Jes 58). Ein krasser Gegenentwurf zum Bürgergeldempfänger-Bashing von heute, zum Verdächtigen von Kranken, sie seien Simulanten, zum Faulenzerverdacht, wenn jemand einfach nicht voll arbeiten kann! Arme nicht wegdiskutieren oder unter Generalverdacht stellen, helfen statt zu stigmatisieren, das wäre „ein Fasten, das dem Herrn gefällt“!