"Wort vom Wochenende" - der geistliche Impuls aus der Regionalausgabe der Mainpost

Für die Regionalausgabe Rhön-Grabfeld der Zeitung "Mainpost" verfasst jede Woche eine Person aus der evangelischen oder katholischen Kirche einen kurzen geistlichen Impuls als "Wort zum Wochenende". Wir veröffentlichen die Texte hier mit kleiner Verzögerung und lassen der Mainpost damit den Vortritt. Weitere "Worte zum Wochenende" kann man auf der homepage www.mainpost.de mit der Suchfunktion finden.

Für das Wochenende ab 8. Mai 2026 schrieb Cornelia Dennerlein, Diakonin in Waltershausen, Saal und der Altenheimseelsorge:

Unter den freundlichen Augen Gottes

Liebe Leserin, lieber Leser!
Das Haus von den Enkeltöchtern liegt in Sichtweite zu den Großeltern. Vielleicht sind es 300 Meter. Außerdem befindet es sich in einer Gasse, in der nur wenig Verkehr ist. inzwischen sind die Mädchen schon größer und können diesen Weg alleine gehen. Also zu zweit alleine. Die Größere und die Kleinere, Hand in Hand. 
Vorher bekommt die Oma eine Nachricht per WhatsApp, dass die Kinder sich auf den Weg machen. Diese geht dann nach draußen und hält Ausschau nach den beiden. Das wünschen sie sich auch: 
„Oma, schaust Du wieder?“ - „Na klar schaue ich!“ 
So machen sie sich auf den Weg, den Blick voraus gerichtet, in der Erwartung, das vertraute Gesicht bald zu entdecken. Schließlich kommen sie an. Sicher von diesem freundlichen Blick geleitet.

Mich hat diese kleine Episode angerührt, weil darin so viel Vertrauen liegt. Und Mut, der durch dieses Vertrauen geweckt wird. 
Zudem hat sie mich an das Bibelwort erinnert: „Ich will dich mit meinen Augen leiten.“ (Psalm 32,8) Mir ging plötzlich auf, dass womöglich genau das mit dem Bibelwort gemeint ist: Dass Gott ein wohlwollendes, freundliches Auge auf uns hat. Nicht kontrollierend, sondern begleitend. 
Die Mädels beruhigt es, wenn sie unter dem freundlichen Blick ihren Weg gehen können. Mich beruhigt es auch, darauf zu vertrauen, dass da ein Gott ist, der mich freundlich anschaut und mir meinen Weg weist. Denn so beginnt der Bibelvers: „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen den du gehen sollst;“ und dann erst heißt es: „Ich will dich mit meinen Augen leiten.“ Unter diesen freundlichen, wohlwollenden Augen Gottes kann ich meinen Weg gehen und finden. Das tut mir gut, denn ich spüre, dass ich unter dem Blick Gottes geborgen bin. 
Das wünsche ich Ihnen, eine gute Zeit unter den freundlichen Augen Gottes. Bleiben Sie behütet!
Ihre Cornelia Dennerlein, Diakonin