Passionsspiele in Bad Neustadt: Kindermusical „Es ist vollbracht“ am 1. und 2. Juli

Kindermusical Passionsspiele Bad Neustadt "Einzug in Jerusalem"
Bildrechte Anan Anders

Das diesjährige Kindermusical "Es ist vollbracht" füllte mit zwei Aufführungen am 1. und 2. Juli 2026 die Stadthalle in Bad Neustadt und ließ das Publikum tief beeindruckt und begeistert applaudieren. Die Handlung orientiret sich eng an der biblischen Darstellung: Sie beginnt mit dem Einzug Jesu in Jerusalem, erzählt von Freundschaft, Verrat, der Auseinandersetzung mit Pharisäern u. Römern, der Gefangennahme u. Kreuzigung u. gibt am Ende einen Ausblick auf die Auferstehung. 

Neben der Hauptfigur traten etwa 30 weitere Personen auf: die Jünger, die Schriftgelehrten, die Verkäufer im Tempel, die römischen Soldaten... Sie alle wurden von Kindern und Teenagern gespielt, auch in den herausgehobenen Rollen des Petrus und Judas, des Hohepriesters Kaiphas und des römischen Statthalter Pontius Pilatus. Damit sind große Anforderungen verbunden, die erstaunlich selbstsicher gemeistert werden. Denn es gehört sicher Standfestigkeit dazu, wenn man als Darstellerin des Hohepriesters einige Köpfe kleiner ist als der erwachsene Darsteller des Jesus und ihm dennoch im Streitgespräch „auf Augenhöhe“ gegenübertreten soll. Vor den Aufführungen waren einige Kinder zu Interviews bereit. Sophie (11) sagte: „Ich spiele den Kaiphas. Das finde ich reizvoll, weil ich einen Bösewicht spielen darf. Schwierig finde ich es bei den Stellen, wo man angeschaut wird, nicht zu lachen, weil es ernst ist.“ Und Sophia (8) erklärte: „Ich spiele eine Geldhändlerin im Tempel. Ich mache gerne mit, weil man für die anderen Menschen was Schönes macht und sie sich drüber freuen. Das Singen finde ich selber auch schön.“ Tatsächlich: Erstaunlich konzentriert sind die Kinder die ganze lange Aufführung ohne Pause bei der Sache. Lieder und Choreinsätze wurden geübt bis in die Details der Aussprache (das pünktliche „End-t“ zum Beispiel) und Spezialeffekte wie der „Lippentriller“. Sarah (11) war dafür hoch motiviert: „Ich spiele den Jünger Johannes. Mir ist besonders wichtig, dass man hier Singen lernen kann, z.B. die Tonhöhen zu treffen und die deutliche Aussprache.“ Bereits beim Probentag kam da an manchen Stellen Gänsehaut auf, obwohl die musikalische Begleitung noch nicht vollständig war. 

Hans-Peter Gerling am Piano, der bei den Proben die msuikalische Begleitung sicherte, wurde bei den Auftritten dann durch Klarinette, Violoncello, Kontrabass und Schlagzeug verstärkt werden. Auch das Bühnenbild wirkte in der Stadthalle prächtig und die Tanzsportgarde Hollstadt samt dem Hort Brend sorgten wieder für viel Bewegung auf der Bühne. Wobei die jüngeren und älteren Kinder der Singschule ihren Auftritt als Chor stellenweise auch selbst mit Körperbewegungen und Klatschen begleiten. Spaß macht es ihnen sichtlich und viele sind nicht zum ersten Mal dabei. Ella (9) sagte: „Ich war schon mal dabei und spiele diesmal den Jünger Bartolomäus. Besonders toll finde ich, dass es viele verschiedene Rollen gibt. Und dass viele Lieder lustig sind.“ Fabian (7) stimmte zu: „Ich mache auch wieder mit, weil man da schöne Lieder singt.“ Und auch Sarah (10) war schon letztes Mal beim Musical vom Verlorenen Sohn dabei. Sie warb für den Besuch des Passionsspiels: „Ein Besuch lohnt sich, weil Kinder es einstudiert haben.“ Und das war unter der Leitung der Kirchenmusikdirektoren Karin und Thomas Rieglerauch diesmal wieder ein Qualitätsbeweis.

Das Publikum dankte es mit gespannter Wahrnehmung der Darbietung, wodurch der große Saal der Stadthalle atmosphärisch wie aufgeladen wirkte, und anhaltendem Applaus. Den nahmen die jungen und älteren Mitwirkenden erleichtert und glücklich entgegen.

 

Einsingen vor dem AuftrittHändler im TempelPharisäer im TempelChor der Singschule, rechte HälfteChor der Singschule, linke HälfteLetztes Abendmahl und BühnentotaleHandwaschung des Pontius PilatusJesus stürzt unter dem KreuzJesus am Kreuz und der römische HauptmannDie Jünger nach der KreuzigungVier Solistinnen Tanzsportgarde HollstadtHortkinder aus Brend 1Hortkinder aus Brend 2Applaus für MitwirkendeApplaus für MItwirkende 2Applaus für die BandApplaus für Hauptdarsteller Tobias GermeshausenApplaus für Karin und Thomas Riegler