Marion Winnefeld aus Bad Königshofen, ausgebildet als staatliche Lehrkraft für Realschulen, hat als ehrenamtliche Delegierte der Dekanatsbezirke Lohr und Bad Neustadt sechs Jahre lang in der Landessynode , dem „Kirchenparlament“, mitgearbeitet. Stefan Wurth, Öffentlichkeitsreferent des Dekanatsbezirks Bad Neustadt an der Saale, führte am 14. März 2026 ein Interview mit ihr, einige Tage vor dem Ablauf ihrer Amtszeit als Landessynodale.
SW: Du bist Mitglied des Kirchenvorstandes hier in Bad Königshofen und auch im Dekanatsausschuss. Sechs Jahre lang warst Du auch Mitglied der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, also sozusagen in unserem Kirchenparlament. Wie ging es los mit deinem Engagement in der Kirche und für die Kirche?
MW: Ich kam aus der Diaspora und kannte vieles nicht. Ich war zwar ab und zu in einer Kindergruppe und wurde auch konfirmiert. Aber die kirchliche Jugendarbeit, wie wir sie jetzt auch hier in unserem Dekanat haben, kannte ich nicht. Ich bin in der Nähe von Aschaffenburg aufgewachsen und erlebte dort einen fortschrittlichen Pfarrer. Damals wurde in der Gemeinde bewußt keine Kirche, sondern ein Gemeindezentrum mit Gottesdienstraum gebaut. Der Pfarrer hat uns darin einen Jugendraum zur Verfügung gestellt und relative Freiheiten gelassen. Aber das war ein dauernder Kampf mit dem Kirchenvorstand. Dass Jugendliche einen Raum in der Kirche haben, den sie selbst gestalten, war zu meiner Jugendzeit überhaupt nicht akzeptiert. Ich bin dann zum Studium weggegangen und mit sehr vielen jungen Menschen zusammengekommen, die in der Jugendarbeit groß geworden sind. Das war für mich damals eine ganz fremde Welt. Die Erfahrung der Kirchentage in den 70er- und 80er-Jahren haben mich dann sehr beeindruckt. Und einige Jahre später habe ich den Weltgebetstag der Frauen für mich entdeckt. Nächstes Jahr bin ich dann seit 30 Jahren bei uns in Bad Königshofen für den Weltgebetstag aktiv.
SW: Du bist dann 2020 in die Landessynode gewählt worden. Wie kam es dazu?
MW: Ich war damals hier in Bad Königshofen neu in den Kirchenvorstand gewählt worden. Kurze Zeit später hat mich dann Lutz Mertten (der Ortspfarrer; Anm.d.Red.) angesprochen, dass die Wahlen zur Landessynode anstehen und der bisherige Landessynodale aus unserem Dekanatsbezirk nicht wieder antreten kann. Es war der Versuch, auch in unserem Dekanatsbezirk eine Person zu finden, die dann in dem größeren Wahlkreis (beide Dekanatsbezirke Bad Neustadt und Lohr; Anm.d.Red.) kandidiert. Ich hab gesagt: „Ich schau`s mir an.“ und dann zugestimmt. Wobei es im Internet so aussah, als ginge es nur um die einmal vier und einmal drei Sitzungstage im Jahr, an denen die Synode sich an wechselnden Orten trifft. Also bin dann auf die Wahlveranstaltung nach Hammelburg gefahren. Und ich muss ehrlich sagen: Die beiden anderen Kandidaten aus dem Nachbardekanat Lohr haben mich sehr beeindruckt, beide ganz unterschiedliche Menschen, aber beide Feuer und Flamme für die Kirche. Ich hab gedacht: „Ich stolpere jetzt hier rein, aber eigentlich müsste einer der beiden anderen gewählt werden.“ Aber nachdem ich mich vorgestellt hatte, habe ich in den Gesichtern der Leute gesehen, dass ich gar keinen schlechten Eindruck gemacht hatte. Und ich wurde dann auch gewählt. Ich hatte eigentlich nur ein bißchen erzählt, was ich in der Schule im Religionsunterricht mache und dass ich vom Weltgebetstag her komme und von meiner Familie… Das hat anscheinend so gewirkt, dass ich dann – überraschenderweise – gewählt wurde.
SW: Welche Vorstellungen hattest Du von der Landessynode im Kopf und mit welchen Gefühlen bist Du zum ersten Mal hingefahren?
MW: Ich hatte ja oft mit meinen Schülern im Religionsunterricht darüber gesprochen, was die Landessynode ist und tut. Bei dem Einführungsseminar in der Evangelischen Akademie in Tutzing für uns neu gewählte Landessynodale wurde dann ausführlich vorgestellt, wie die Synode arbeitet: die verschiedenen Arbeitskreise, die Ausschüsse, was da überhaupt gearbeitet wird und welche Bedeutung die Landessynode als kirchenleitendes Organ hat. Da habe ich richtig Feuer gefangen...
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