Am 19. Juli wurde in Mühlfeld groß und bunt mit Aufführung und Tombola gefeiert: Seit sage und schreibe 70 Jahren, also seit 1956 besteht dort der evangelische Kindergarten. Generationen von Mühlfeldern haben hier einige ihrer ersten Lebensjahre miteinander verbracht und auch manche Abenteuer erlebt. Heute wohnen in Mühlfeld Eltern und Großeltern, deren Kinder und Enkel denselben Kindergarten besuchen wie sie. Kindergartenleiterin Susanne Sommer betonte in ihrer Begrüßung: "Hier in unserer Kita lernen die Kinder etwas, das auch das Fundament unserer Demokratie ist: Gemeinschaft zu leben. Miteinander umzugehen, miteinander zu reden und auch mal etwas auszuhalten. Das gilt hier auf dem Gelände für die Kinder – aber das gilt genauso für uns Erwachsene."
Der langjährige Mühlfelder Pfarrer Günther Jahreiß grüßte zum Jubiläum schriftlich aus der Ferne und erinnerte an die Anfänge: „Mit geringen finanziellen Mitteln, aber umso mehr Eigenleistung von den Mühlfelder Einwohnern wurde damals dieser Kindergarten erbaut. Elfriede Siegert war die erste Kindergärtnerin, die über viele Jahre, bei damals noch sehr bescheidener Entlohnung, eine sehr engagierte Arbeit mit viel Herzblut geleistet hat. Dankbar dürfen wir heute zurückblicken auf diese 70 Jahre, in denen unendlich viele dazu beigetragen haben, dass die Mühlfelder Kinder im eigenen Wohnort ihre Kindergartenzeit erleben konnten.“
Sabrina Hahner, die inzwischen ihre Tochter Mimi in den „Kindergarten Abenteuerland“ bringt, erinnert sich: „Besonders in Erinnerung aus meiner Kindergartenzeit sind mir die Waldwochen geblieben. Da haben wir alle gemeinsam im Wald uns ein Lager mit Überdachung für die nächsten Wochen gebaut um dort die Kindergartentage zu verbringen.“ Und Benjamin Geiß, der von 1989 bis 1992 als Kind hier war, berichtet: „Heute besuchen meine eigenen Kinder denselben Kindergarten – das ist für mich etwas ganz Besonderes. Einige meiner ersten Kindheitserinnerungen verbinde ich mit diesem Ort.“ Pfarrer Andreas Werner war persönlich anwesend, gratulierte und richtete den Blick in die unsichere Zukunft. Denn dieses Jahr reicht die Zahl der Kinder gerade so, um den Betrieb als „Landkindergarten“ vom Freistaat gefördert zu bekommen. Fiele diese Förderung weg, müsste die Einrichtung geschlossen und die Kinder müssten andernorts untergebracht werden. Darüber ist auch Sabrina Hahner besorgt: „Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass dieser tolle kleine Kindergarten noch lange erhalten bleiben kann.“ Als, so Benjamin Geiß, „fester Bestandteil unseres Dorfes“.