Podiumsdiskussion "Was kommt nach dem Tod "

v. li. n. re.: Prof. Dr. Kerber, Dekan Dr. Krefft, Martina Harasim, Regionalbischöfin Bornowski
Bildrechte: Paul Dünisch
Lebendiger Gesprächs- und Diskussionsabend

Münnerstadt – Gut gefüllt war die Auferstehungskirche in Münnerstadt am letzten Dienstagabend. Das Evangelische Erwachsenenbildungswerk des Dekanatsbezirks Bad Neustadt hatte zu einem Gesprächs- und Diskussionsabend zur Frage: „Was kommt nach dem Tod?“ eingeladen. Zu diesem Thema sprachen miteinander und mit dem Publikum unter der Moderation von Martina Harasim der Arzt Prof. Dr. Sebastian Kerber, Dekan Dr. Andreas Krefft und Regionalbischöfin Gisela Bornowski. Zunächst gaben alle drei Podiumsteilnehmer Eingangsstatements ab, während Prof. Dr. Kerber ganz nüchtern und den Moment des Todes umschrieb, den Übergang vom Menschen zum Leichnam nach dem Tod. Legten die beiden Vertreter der christlichen Kirchen den Fokus auf die christliche Hoffnung der Auferstehung.

Bald auch ergriffen Teilnehmer des Abends aus dem Publikum die Chance und brachten ihre Fragen vor, so wurde Prof. Dr. Kerber um seine Meinung zur Organspende gefragt. Seine Antwort viel deutlich aus, mit Hilfe gespendeter Organe kann Leben gerettet werden. Dennoch müsse jeder selbst entscheiden, ob er zur Organspende bereit ist. Auch Fragen zu Nahtod-Erfahrungen wurden besprochen, obgleich ein rein medizinischer Grund diesen Erfahrungen zugrunde liegt, haben solche Erfahrungen für viele Menschen eine lebenswendende Bedeutung, wie auch Pfarrer Harald Richter, der als Klinikseelsorger in Bad Neustadt arbeitet an diesem Abend, bestätigte.

Immer wieder wurden aber auch an diesem Abend religiöse Fragen gestellt unter anderem danach, wie die Bibel, das was nach dem Tod kommt beschreibt. Sowohl Regionalbischöfin Gisela Bornowski als auch Dekan Dr. Andreas Krefft warnten davor die Worte der Bibel zu wörtlich zu verstehen und warben für ein Verstehen der Sprachbilder mit der in der Bibel von Auferstehung, vom Leben nach dem Tod gesprochen wird. Auch die Frage nach der Angst vor dem Tod wurde gestellt und inwiefern kirchliche Verkündigung über die Jahrhunderte mit der Angst der Menschen gespielt hat. Hier machten alle Podiumsteilnehmer den Zuhörern im Raum Mut: Der Tod muss uns im Leben keine Angst machen.

Zunehmend mit Fortschritt der Veranstaltung wurde aber schließlich auch, wie wenig wir von dem wissen, was nach dem Tod kommt. Alle Antworten, sind Versuche das unfassbare zu beschreiben. Einig waren sich aufgrund dieser Einsicht die Teilnehmer auf dem Podium, das die Beschäftigung mit der Vergänglichkeit das Leben vor dem Tod stärkt.

Am Ende des Gesprächs- und Diskussionsabends spendeten die Zuhörer reichlich Applaus für die Diskussionsteilnehmer. Pfarrer Lutz Mertten und Pfarrer Oliver Englert aus dem Vorstand des Erwachsenenbildungswerkes bedankten sich bei den Teilnehmern und dem Kirchenvorstand der Evangelischen Gemeinde in Münnerstadt und Pfarrer Martin Hild für die Gastfreundschaft der Kirchengemeinde.

Oliver Englert