Landesstellenplanung 2020 (LStPl)

Landesstellenplanung 2020

Dekanatsbezirk Bad Neustadt a. d. Saale

Auf ihrer Frühjahrstagung 2021 hat die Landessynode den neuen Landesstellenplan beschlossen. Bis 30. Juni 2024 soll dieser nun landeskirchenweit umgesetzt werden. Dem Dekanatsbezirk Bad Neustadt wurde ein Kontingent von insgesamt 19 Stellen zugewiesen, d. h. 0,75 Stellen weniger als bisher.

Unsere Aufgabe vor Ort ist es, eine sinnvolle Verteilung der Stellen zu beschließen. Dazu müssen wir Konzepte vorlegen, die regionale Zusammenarbeit intensivieren und zukunftsfähige Pfarrei- und Gemeindestrukturen schaffen.

Zunächst haben sich Arbeitsgruppen gebildet, um für die übergemeindlichen Handlungsfelder im Dekanat entsprechende Konzeptionen zu erarbeiten. Der Dekanatsausschuss hat diese inzwischen in mehreren Werkstattgesprächen und einem Klausurwochenende in Erfurt wertschätzend zur Kenntnis genommen und Impulse zur Weiterarbeit zurückgemeldet. Wir hoffen, die endgültigen Fassungen im Herbst der Dekanatssynode präsentieren zu können.

Für die folgenden Bereiche müssen Konzeptionen erstellt werden:

  • Altenheimseelsorge
  • Diakonie
  • Erwachsenenbildung
  • Kinder- und Jugendarbeit
  • Kirchenmusik
  • Klinikseelsorge
  • Notfallseelsorge
  • Öffentlichkeitsarbeit

Für den Bereich der Kirchengemeinden und Pfarreien gilt es, die Verteilung der Stellen der Entwicklung der Gemeindegliederzahlen anzupassen. Dabei rechnet die Landeskirche im Durchschnitt 1.580 Gemeindeglieder pro ganze Pfarrstelle. Diese sogenannte Pastorationsdichte ist in den letzten Jahrzehnten unverändert geblieben und soll auch weiterhin so bestehen bleiben.

Allerdings schrumpfen unsere Gemeinden aufgrund des demografischen Wandels und der Kirchenaustritte erheblich – im Zeitraum zwischen 2010 und 2020 um 11,33%. Die Zahl der Gemeindeglieder hat sich im Dekanat von 19.738 (2010) auf 17.502 (2020) verringert. Das entspricht einem Minus von 2.236 Gemeindegliedern. Zum Stichtag 31. Juli 2021 waren es noch 17.186 Gemeindeglieder.

Das heißt: Um die vorgegebene Pastorationsdichte in unserem Dekanatsbezirk wenigstens annähernd zu erreichen, müssen wir Stellen neu definieren und Gemeinden zu größeren Verbünden zusammenfassen. Benachbarte Kirchengemeinden werden also enger zusammenarbeiten, Synergien durch eine gemeinsame Verwaltung nutzen und vielleicht sogar neue regionale Pfarreien gründen.

Unser Ziel ist es, Stellen und Strukturen zu schaffen, die auch bei der nächsten Landesstellenplanung ab 2025 (!) noch Bestand haben und dabei so attraktiv sind, dass sich auch Bewerber/innen finden lassen.

Zurzeit ist das sehr schwierig. Die Vakanzen in unserer Region nehmen zu und sie dauern in der Regel lange. Das Problem wird sich noch weiter verschärfen, wenn sich nach den Prognosen der Landeskirche die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer wegen Ruhestandversetzungen und mangelndem Nachwuchs bis zum Ende des Jahrzehnts fast halbieren wird. Auch bei den Diakonen/innen, Religionspädagogen/innen und Kirchenmusikern/innen sieht es nicht viel besser aus.

Wichtig ist uns bei aller Veränderung, dass die Identität der Kirchengemeinden erhalten bleibt, dass unsere Kirchen auch weiterhin gottesdienstliche Orte sind und wir die Begleitung der Menschen gewährleisten können, dass die neue Stellenstruktur nachvollziehbar, klar und gerecht ist und Schwerpunktthemen wie Seelsorge, Ökumene, Bildungs- und Jugendarbeit gestärkt werden. Hier sehen wir für die nächsten Jahre besonderen Bedarf.

Wie das alles gelingen kann:

  • indem wir guten Willens sind,
  • indem wir offen und ehrlich miteinander kommunizieren,
  • indem wir uns im Dekanat als Gemeinschaft verstehen, die an einem Strang zieht,
  • indem wir einander vertrauen
  • und indem wir vor allem auf unsern Herrgott vertrauen, der seine Kirche auch in Zukunft bauen wird.

Dekan Uwe Rasp

Bad Neustadt, Juni 2022