Angedacht - Heute schon verglichen?

Haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser heute schon verglichen?
Mein Kind läuft noch nicht, aber das Kind von … läuft schon so gut! Meine Haare gefallen mir heute gar nicht, aber die Haare von …. fallen wieder so schön! Meine Fitness lässt wirklich momentan zu wünschen übrig, aber … scheint dafür Zeit übrig zu haben.

So könnten wir wahrscheinlich weiter machen und uns vergleichen.
Ilse Aichinger, eine österreichische Schriftstellerin, die 2016 verstorben ist, schrieb folgenden Satz: „Liebe: aus dem Vergleich ziehen.“

In der Liebe, mit der Liebe, bei der Liebe sollen, dürfen, können, müssen wir nicht vergleichen. Die Liebe vergleicht nicht – ganz im Gegenteil.

Vielleicht spornen Vergleiche manchmal an: ich möchte so gut sein wie…  oder sogar: ich möchte besser sein als … . Vielleicht trösten Vergleiche auch manchmal: zum Glück geht es mir nicht so schlecht wie… .

Vielleicht hinkt der Vergleich aber auch und tut gar nicht gut!

Gott vergleicht nicht. In seiner Liebe zieht er uns aus dem Vergleich. Jede und jeder von uns ist für ihn unvergleichlich, einmalig, besonders.

Halten Sie doch bitte einen Moment inne und fühlen sich von Gott in Ihrer Einmaligkeit wahrgenommen. Mit allem, was Sie gerade beschäftigt, freut und sorgt. Fühlen Sie in diesem Augenblick, wie er Sie mit liebevollen Augen anschaut. Nehmen Sie sich diese Zeit und lassen Sie seinen Blick auf sich ruhen.

Und gehen Sie nun bitte mit diesem liebevollen Blick in Ihren weiteren Tag.

Es grüßt Sie herzlich
Beate Hofmann-Landgraf, Pfarrerin in Irmelshausen, Höchheim und Rothausen