Angedacht - Geben wir Jesus ein "like"

Zurzeit sind viele von uns damit beschäftigt, anderen eine Freude machen zu wollen. Denn das sollen die Weihnachtsgeschenke doch bewirken: dass die Beschenkten sich freuen. Dann freuen sich auch die Schenkenden. Daher wird beim Auspacken gespannt darauf geachtet, ob die oder der Beschenkte sich „wirklich“ freut - oder nur so tut. Damit bin ich bei einer wichtigen Frage: Lassen sich Gefühle – bei anderen oder bei mir selbst - mit Absicht erzeugen? Manche Gefühle sind leider leichter anzuregen: Hass und Verachtung zum Beispiel. Zum Hass wird auf manchen Kanälen erfolgreich aufgestachelt, weil wir Menschen offenbar Schuldige für all unsere Unzufriedenheit brauchen. Und es scheint leider ein psychischer Mechanismus zu sein, dass wir uns selbst besser und größer fühlen, wenn wir andere verachten können. Frances Haugen, eine hochrangige Ex-Mitarbeiterin von facebook, hat darauf neulich hingewiesen: Beiträge, die zu Wut und Hass anstacheln, erzeugen mehr Klicks und damit mehr Erträge für facebook. Deshalb, so Haugen, gehe facebook nicht konsequent dagegen vor. (tagesschau-Meldung vom 4.10.2021) Eine traurige Erkenntnis: unangenehme, „schlechte“ Gefühle lassen Menschen eher tätig werden als angenehme Gefühle. Wir Menschen müssen also vergleichsweise mehr Energie darauf verwenden, bei uns selbst und anderen positive, „gute“ Gefühle anzuregen. Der Christ Paulus fühlte sich durch seinen Glauben dazu angetrieben, andere zu guten Taten zu ermutigen. An die Christen in der Stadt Philippi schrieb er: „Freut euch immerzu, mit der Freude, die von Christus kommt! Und noch einmal sage ich: Freut euch! Alle in eurer Umgebung sollen zu spüren bekommen, wie freundlich und gütig ihr seid. Christus, der Herr kommt bald!“ Stimmt! Diesen Sonntag wird die vierte Kerze am Adventskranz angezündet und der Spruch von Paulus wird als biblischer Wochenspruch (Philipper 4,4+5) verlesen. Und dann ist bald Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu. Freuen wir uns also! Lassen wir uns erfreuen! Geben wir Jesus ein „like“ und lassen alle Menschen unsere Freundlichkeit erfahren!

Stefan Wurth, evang. Gemeindepädagoge, Ostheim v. d. Rhön