Angedacht - Auf den hellen Fliesen bleiben

Wenn Sie diese Zeilen jetzt lesen, dann weiß ich natürlich nicht, wie alt Sie sind. Das geht mich auch nichts an.

Ich bin jedenfalls alt genug, um mich an Fußbodenfliesen von „früher“ erinnern zu können: die waren so groß, dass Kinderfüße hineingepasst haben. Außerdem hatten sie unterschiedliche Farben: meistens waren helle und dunkle Fliesen so im Wechsel gelegt, dass ein Karo-Muster entstanden ist.

Sie können sich sicherlich vorstellen, was wir als Kinder gemacht haben? Ja, wir sind auf ihnen gehüpft. Ja, wir haben Spiele erfunden: mit einem Bein, mit zwei Beinen, manchmal auch noch mit den Händen – je nachdem. Und ja: die dunkleren Fließen waren in der Regel die Fliesen, die man nicht berühren durfte, sonst war man „draußen“.

Daran erinnere ich mich. Und ich möchte auch heute hüpfen. Dazu fühle ich mich auch wirklich nicht zu alt. Ich lade sogar Sie, liebe Leserin und lieber Leser ein, mitzumachen! Wie, solche Fliesen gibt es heute nicht mehr? Ich habe schon den Eindruck, dass es solche Fliesen gibt. Es sind die Situationen, die Sätze, die Momente im Leben, die uns „herunterziehen“ – gerade in dieser momentan schwierigen Zeit. Deshalb möchte ich nicht auf die dunklen Fliesen oder zumindest möchte ich, wenn ich schon auf ihnen lande, nicht auf ihnen stehen bleiben.

Ich möchte auf den hellen bleiben. Wenn es nötig ist, dann hüpfe ich auf sie und lasse die dunklen aus. Nehme mir vor, von einer hellen auf die nächste helle zu springen. Ja, so möchte ich das machen. Warum? Nein – nicht, weil es in der Bibel steht. Da gab es noch keine Fliesen. Aber, weil Gott mir zuspricht, dass ich ein „Kind des Lichtes“ bin. Das steht nämlich in der Bibel. Und Ihnen spricht Gott das auch zu.

Lassen Sie uns das Spiel beim Wort nehmen: bleiben wir mit Gottvertrauen auf den hellen Fliesen!

Es grüßt Sie herzlich
Beate Hofmann-Landgraf, Pfarrerin in Irmelshausen, Höchheim und Rothausen