Abschaffung des besonderen Kirchgeldes

Die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hat auf ihrer Herbsttagung in Garmisch-Partenkirchen die Abschaffung des besonderen Kirchgeldes beschlossen. Dementsprechend wird das besondere Kirchgeld ab dem Veranlagungsjahr 2018 nicht mehr erhoben.

 

Bei der Einführung des besonderen Kirchgelds im Jahr 2004 wollte die Landessynode eine Gerechtigkeitslücke schließen: Häufig waren damals die gutverdienenden Ehepartner aus der Kirche ausgetreten, während die nicht berufstätigen Ehepartner und Kinder Kirchenmitglieder geblieben sind. Das besondere Kirchgeld als Variante der Kirchensteuer orientierte sich dabei nicht allein am (geringen) eigenen Einkommen des evangelischen Ehepartners, sondern an der Ehe als Wirtschaftsgemeinschaft. In der Umsetzung zeigte sich jedoch, dass das besondere Kirchgeld ungewollt andere Lebenssituationen berührte: So traf es häufig Frauen in der Kinderphase, die nur vorübergehend nicht gearbeitet hatten. Auch verstehen sich Ehepartner immer häufiger als unabhängig voneinander in Finanz- und Glaubensfragen und wollen ihren Beitrag für die Kirche entsprechend dem eigenen Einkommen leisten.

Daher hat das besondere Kirchgeld nicht die erforderliche Akzeptanz gefunden und mehr und mehr das Verhältnis betroffener Kirchenmitglieder zu ihrer Kirche belastet. Darum steuern wir jetzt um und werden die Erhebung des besonderen Kirchgelds ab dem Veranlagungsjahr 2018 einstellen. Soweit die Veranlagung zur Einkommensteuer bzw. zur Kirchensteuer für die Jahre 2017 und vorher noch nicht abgeschlossen ist, muss das besondere Kirchgeld für diese Zeiträume allerdings noch entrichtet werden.

 

Das besondere Kirchgeld ist nicht mit dem (allgemeinen) Kirchgeld, das auch Ortskirchgeld genannt wird, zu verwechseln. Das (Orts-)Kirchgeld wird durch die (Gesamt-) Kirchengemeinden für ihre ortskirchlichen Zwecke erhoben. Dieses ist als Ortskirchensteuer unverzichtbar und stärkt die Eigenverantwortung und die eigene Finanzkraft der Kirchengemeinden und Gesamtkirchengemeinden. Beim (Orts-)Kirchgeld gibt es deshalb keine Änderungen.  So werden Sie auch weiterhin einmal im Jahr von Ihrer Kirchengemeinde darum gebeten, mit der Bezahlung des Kirchgelds die Finanzierung ortskirchlicher Aufgaben zu unterstützen.

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Oberkirchenrat Dr. Hans-Peter Hübner

Leiter der Abteilung Gemeinden und Kirchensteuer im Landeskirchenamt