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Besuch von Bischof Laiser aus Tansania


Wenn du selber gehst, verstehst du besser
Bischof Thomas Laiser lud Partner-Dekanat Bad Neustadt nach Tansania ein

 

Seit fast drei Jahrzehnten besteht die Partnerschaft
zwischen dem evangelischen Dekanat Bad Neustadt und Simanjiro in Tansania. Seit 28 Jahren ist Thomas Laiser Bischof in der Arusha-Diözese, zu der Simanjiro gehört. Regelmäßig führt ihn sein Weg nach Bad Neustadt, diesmal wurde er wieder einmal von seiner Frau Mary begleitet. Bischof Laiser, der einer Einladung der thüringischen Landeskirche folgte, nutzte seinen Aufenthalt in Deutschland, um den Gemeinden einen Besuch abzustatten, die Verbindungen in seine Diözese haben. In Bayern sind das neben Bad Neustadt noch Uffenheim und Kempten. Als Dolmetscher kam Pfarrer Manfred Scheckenbach, Tansania-Referent beim Missionswerk in Neuendettelsau, mit an die Saale. Hier hatten die Dekanatsmissionsbeauftragte Ingrid Mäckler und der Partnerschaftsausschuss ein Programm vorbereitet, das in die Behinderteneinrichtung Maria Bildhausen führte.

 

Das Ehepaar Laiser zeigte sich beeindruckt von den Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten, die den Behinderten geboten werden. In geselliger Runde galt das Gespräch dann der Partnerschaftsvertiefung. Bischof Laiser berichtete viel von den aktuellen Gegebenheiten in seiner Diözese. Allein im südlichen Massai-Gebiet werden derzeit 25 Kirchen für die stets wachsenden Gemeinden gebaut. Scherzhaft, aber nicht ohne ernsten Hintergrund, wünschte sich Laiser, dass die großen, oft leeren deutschen Kirchen nach Tansania gebracht werden könnten. Hier in Deutschland käme man umgekehrt wahrscheinlich mit dem geringen tansanischen Raumangebot aus. Da immer noch 80 Prozent der Bevölkerung im Arusha-Distrikt von der Landwirtschaft und der Viehhaltung leben, hängt alles Wohlergehen vom Regen ab. Und der lässt seit über einem Jahr auf sich warten. Eindringlich legte Bischof Laiser seinen Bad Neustädter Gastgebern ans Herz, dass eine Partnerschaft vor allem durch Begegnungen lebt und er lud alle ein, sich im kommenden Jahr zu einem Besuch nach Tansania auf den Weg zu machen. „Wenn du selber gehst und mit eigenen Augen siehst, verstehst du besser“, ergänzte Laiser. Eine direkte Zusage konnte Dekan Dr. Gerhard Hausmann nicht geben, aber er hob hervor, dass von Dekanatsseite großes Interesse daran bestehe, sich weiterhin an verbesserten Bildungschancen in Simanjiro zu beteiligen. Derzeit finanziert das Dekanat Bad Neustadt die Ausbildung von drei Massai-Frauen zu Krankenschwestern, außerdem die Ausbildung von fünf Evangelisten. Im Gedankenaustausch wurde auch ein Weg gefunden, wie die erforderlichen Mittel sicher an die richtige Stelle gelangen können, eine Frage, die beide Seiten immer wieder beschäftigt und nun zufriedenstellend gelöst werden konnte.

 

 Mainpost vom 12.06.09

Karin Nerche-Wolf

 

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letzte Aktualisierung 18.05.2011