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Podiumsdiskussion "Leben im Alter"


Die Dekanatsfrauenbeauftragten luden ein zur

 Podiumsdiskussion „Leben im Alter“

am 10. April 2008 um 19.00 Uhr

im Gemeindesaal der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Bad Neustadt/Saale, Martin-Luther-Str. 2 1/2

mit Referentinnen und Referenten

der Stadt Bad Neustadt/Saale und der Diakoniestation

BAD NEUSTADT

Eine Patentlösung gibt es nicht

Mehrere Überlegungen entscheiden über die Wohnform des Alters

Wenn man älter wird, sollte man eigentlich mehr Zeit haben, auf dieser wunderbaren Erde zu leben. Diesen Gedanken legte Moderatorin Bärbel Bürner im evangelischen Gemeindehaus einer Gesprächsrunde zugrunde, die sich mit einem problematischeren Aspekt des Alters beschäftigte und der Frage nachging, wo und wie man am besten lebt und wohnt, wenn die Kräfte nachlassen.

Foto: Nerche-Wolf

Initiiert hatten diesen Abend die Dekanatsfrauenbeauftragten des evangelischen Dekanats Bad Neustadt. Schwester Gaby Gehrhardt von der evangelischen Sozialstation gab dazu zu bedenken, dass die meisten Menschen über 70 Jahre rund 21 Stunden am Tag in ihren vier Wänden verbringen, es also für das Wohlbefinden ganz entscheidend ist, ob man in der richtigen Umgebung lebt.

Drei Entscheidungs-Situationen machte Gaby Gehrhardt aus: den Entschluss, so lange wie möglich zu Hause zu bleiben und dabei bei Bedarf ambulante Betreuung in Anspruch zu nehmen und den Wohnraum an die Bedürfnisse anzupassen; die Entscheidung, die Wohnsituation zu verändern, wenn man erkennt, dass man beispielsweise auf dem Dorf nicht mehr wird einkaufen oder zum Arzt gehen können; die Notwendigkeit, wenn es nicht mehr anders geht, sich in einem Pflegeheim versorgen zu lassen und der Isolation zu entkommen.

Elke Müller-Räder, Pflegedienstleiterin des BRK-Alten- und Pflegeheims, war es ein Anliegen, die Angst abzubauen, die vielfach beim Umzug in eine solche Einrichtung besteht. Dazu schilderte sie die vielfachen Gestaltungsmöglichkeiten, die der Einzelne aufgrund des breiten Angebots an Aktivitäten und Ausflügen habe.

Beim Aspekt der Kosten, die ohne Stufe und in Pflegestufe eins knapp über 1300 Euro monatlich liegen, wurde von den Zuhörern eingewandt, dass viele dann auf soziale Hilfen angewiesen seien. Hier bekräftigten die Fachfrauen des Podiums, dass die alten Menschen Anspruch darauf hätten und eine Scheu vor einem solchen Antrag nicht angebracht sei.

Mit ganz praktischen Ratschlägen bereicherte Friedemann Haeßler die Diskussion. Er trug seine Überlegungen vor, die zum Umzug der Eheleute Haeßler in die Dienstwohnung des BRK-Altenheims geführt hatten. Eine solche glückliche Lösung hätte so mancher für sich selber wohl auch gern gehabt.

Hinterfragt wurde der Begriff des „Betreuten Wohnens“, der mit recht verschiedenen Inhalten gefüllt ist. Gitta Biedermann wies beispielsweise darauf hin, dass es zwischen der Marktbärbel und dem Stiftungs-Alten- und Pflegeheim einen Vertrag gibt, aber noch niemand die Dienste der Vill'schen in Anspruch genommen habe.

Helmtrud Hartmann vom Diakonischen Werk brach eine Lanze dafür, dass diejenigen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen, vielfältige Unterstützung für ihr eigenes Wohlbefinden in Anspruch nehmen sollten.

Licht in die Perspektiven des Alters brachte die Aktion Sonnenstrahl, die einige Schüler der Werner-von-Siemens-Realschule aus ihrer Perspektive beschrieben: ihre Besuche im BRK-Altenheim, die eine Brücke zwischen den Generationen bauen und für sie selber in den meisten Fällen eine persönliche Bereicherung bedeuten.

 

Quelle: MainPost 14.04.08 Karin Nerche-Wolf

 

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letzte Aktualisierung 18.05.2011