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Dekanatsfrauentag 2009


Foto: Schmidt

Im Café Milzgrund trafen sich die unterschiedlichsten Damen und tauschten sich zu verschiedenen Themen aus, die die Vorteile von Gemeinschaft aufzeigten. Gudrun Ortleb (links) und Gabi Wrusch, zwei alleinerziehende Mütter, hatten sich erst kürzlich kennen gelernt und halfen sich nun gegenseitig.

„Gemeinsam sind wir weniger allein“

Zum 21. Dekanatsfrauentag des Landkreises Rhön-Grabfeld hatten die Organisatorinnen mit „Gemeinsam sind wir weniger allein“ ein sehr komplexes Thema ausgewählt. In die Milzgrundhalle in Irmelshausen brachten sie allerhand Unterhaltung mit, die amüsant und witzig, als auch nachdenklich stimmte.

 

Dekan Dr. Gerhard Hausmann fühlte sich als einziger männlicher Gast und somit „Hahn im Korb“ recht wohl unter den vielen Frauen aus dem Dekanat Bad Neustadt. In seinen Grußworten brachte er dies auch zum Ausdruck. „Ich freue mich immer wieder dabei sein zu dürfen und sehe den Dekanatsfrauentag als Eckstein für die Gemeinschaft an. Schritte aus dem Alleinsein sind nötig, wo könnte man den ersten besser tun als eben in einer solchen Gemeinschaft!“

 

Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf hatte als örtliche Pfarrerin an diesem Tag mehr oder weniger „Hausrecht“. Auch sie freute sich sehr über den Besuch der vielen Frauen, die der Einladung zum Dekanatsfrauentag gefolgt sind. Sie hatte als Symbol für das Thema ein dickes Seil aus der evangelischen Kirche mitgebracht, das als Halt im Treppenhaus des Gotteshauses diente. „Wenn alle an diesem Seil ziehen ist sicher zu spüren dass man gemeinsam weniger allein ist“, meinte sie bestimmt. Dabei sei ein Lächeln im Gesicht auch ein Lächeln aus dem Herzen und somit für jeden Anderen bestimmt.

 

In einer Vorführung auf der Bühne zeigte sich eine belebte Einkaufsstraße in Irmelshausen. Die Passantinnen wurden angesprochen und unter anderem gefragt ob sie gerne alleine seien. Die unterschiedlichsten Antworten wurden gegeben. Von „Ich bin gerne alleine“, „Ich habe Zeit, um in mich zu gehen“, „Komme ich ins Fernsehen?“ oder gar „Ich habe für solche Fragen keine Zeit!“

 

Über die Bedeutung der Worte Gemeinschaft und Alleinsein hatte sich Christa Hey aus Aubstadt so ihre Gedanken gemacht. Bei der Suche im Duden konnte sie herausfinden, dass Gemeinschaft eher als lebendig und angenehm beschrieben wird, während Alleinsein eher als schwierig und beängstigend dargestellt wird.

 

In einer sehr interessanten Bildmeditation, untermalt von angenehmer Musik, hörte man zu jedem Bild einige Worte. Eine Gruppe fröhlicher, lachender Frauen war zu sehen, dies zeigte dass Gemeinsamkeit glücklich machen kann. Beim Blick auf eine alte Frau, die alleine auf einem Stuhl im Hof saß, hatte man keinesfalls den Eindruck dass sie einsam war. Zwei sich haltende Hände deuteten darauf hin gemeinsam durchs Leben zu gehen. Lachende Kinder vermittelten das Gefühl miteinander viel Spaß zu haben. Das Bild eines Obdachlosen lässt darauf schließen, dass er von der Gesellschaft alleine gelassen wird. Ob die Situation mit mehr Generationen im Haus schön oder schwierig ist, diese Frage stellte sich beim Anblick eines Bildes einer Großmutter mit ihren Enkeln. Behinderte wiederum seien in jedem Fall auf Hilfe, also auch auf Gemeinschaft angewiesen.

 

Ein Café Milzgrund hatte eigens für den Dekanatsfrauentag in der Milzgrundhalle geöffnet. Dort trafen sich die Frauen zum Kaffee und unterhielten sich unter anderem über ihre tollen Einkäufe, die sie allerdings nur tätigen konnten weil sie alleine waren. Dass Alleinsein gar nicht so toll sein kann erzählte eine Frau in Erinnerung an die Zeit als ihre Kinder noch klein und ihr Mann oft beruflich unterwegs war.

 

Zwei alleinerziehende Mütter hatten sich erst kürzlich kennen gelernt und überlegten wie sie sich gegenseitig helfen können. Über den neuesten Ratsch und Tratsch tauschten sich zwei Seniorinnen aus. Ob man besser ins Altenheim gehen oder eine Senioren-WG gründen sollte, darüber machten sich zwei betagte Damen so ihre Gedanken. Die Eine hatte sogar schon einen Plan entworfen, wie die Räumlichkeiten des Hauses aufgeteilt werden könnten.

 

Zu Beginn des unterhaltsamen Nachmittags bekam jede Besucherin ein buntes Papierteil, dies konnte sie dann während der Kaffeepause auf eine weiße Leinwand kleben. Am Ende war daraus eine lebendige Kollage entstanden, die sich wiederum als gemeinsame Sache der Frauen entwickelte und somit ein Ergebnis aus der Gemeinschaft heraus darstellte.

 

Viele der Besucherinnen hatten ihre Kinder mitgebracht, die bei Spaß und Spiel betreut wurden. Als Überraschung und Abschluss des kurzweiligen Nachmittags trugen die Mädchen und Buben ein Lied vor, dessen Inhalt ebenfalls zum Thema passte.

Mainpost vom 26.10.09

Claudia Schmidt

 

 

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letzte Aktualisierung 18.05.2011