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Zum 21. Dekanatsfrauentag
des Landkreises Rhön-Grabfeld hatten die Organisatorinnen mit „Gemeinsam
sind wir weniger allein“ ein sehr komplexes Thema ausgewählt. In die
Milzgrundhalle in Irmelshausen brachten sie allerhand Unterhaltung mit,
die amüsant und witzig, als auch nachdenklich stimmte.
Dekan Dr. Gerhard Hausmann
fühlte sich als einziger männlicher Gast und somit „Hahn im Korb“ recht
wohl unter den vielen Frauen aus dem Dekanat Bad Neustadt. In seinen
Grußworten brachte er dies auch zum Ausdruck. „Ich freue mich immer
wieder dabei sein zu dürfen und sehe den Dekanatsfrauentag als Eckstein
für die Gemeinschaft an. Schritte aus dem Alleinsein sind nötig, wo
könnte man den ersten besser tun als eben in einer solchen
Gemeinschaft!“
Pfarrerin Beate
Hofmann-Landgraf hatte als örtliche Pfarrerin an diesem Tag mehr oder
weniger „Hausrecht“. Auch sie freute sich sehr über den Besuch der
vielen Frauen, die der Einladung zum Dekanatsfrauentag gefolgt sind. Sie
hatte als Symbol für das Thema ein dickes Seil aus der evangelischen
Kirche mitgebracht, das als Halt im Treppenhaus des Gotteshauses diente.
„Wenn alle an diesem Seil ziehen ist sicher zu spüren dass man gemeinsam
weniger allein ist“, meinte sie bestimmt. Dabei sei ein Lächeln im
Gesicht auch ein Lächeln aus dem Herzen und somit für jeden Anderen
bestimmt.
In einer Vorführung auf
der Bühne zeigte sich eine belebte Einkaufsstraße in Irmelshausen. Die
Passantinnen wurden angesprochen und unter anderem gefragt ob sie gerne
alleine seien. Die unterschiedlichsten Antworten wurden gegeben. Von
„Ich bin gerne alleine“, „Ich habe Zeit, um in mich zu gehen“, „Komme
ich ins Fernsehen?“ oder gar „Ich habe für solche Fragen keine Zeit!“
Über die Bedeutung der
Worte Gemeinschaft und Alleinsein hatte sich Christa Hey aus Aubstadt so
ihre Gedanken gemacht. Bei der Suche im Duden konnte sie herausfinden,
dass Gemeinschaft eher als lebendig und angenehm beschrieben wird,
während Alleinsein eher als schwierig und beängstigend dargestellt wird.
In einer sehr
interessanten Bildmeditation, untermalt von angenehmer Musik, hörte man
zu jedem Bild einige Worte. Eine Gruppe fröhlicher, lachender Frauen war
zu sehen, dies zeigte dass Gemeinsamkeit glücklich machen kann. Beim
Blick auf eine alte Frau, die alleine auf einem Stuhl im Hof saß, hatte
man keinesfalls den Eindruck dass sie einsam war. Zwei sich haltende
Hände deuteten darauf hin gemeinsam durchs Leben zu gehen. Lachende
Kinder vermittelten das Gefühl miteinander viel Spaß zu haben. Das Bild
eines Obdachlosen lässt darauf schließen, dass er von der Gesellschaft
alleine gelassen wird. Ob die Situation mit mehr Generationen im Haus
schön oder schwierig ist, diese Frage stellte sich beim Anblick eines
Bildes einer Großmutter mit ihren Enkeln. Behinderte wiederum seien in
jedem Fall auf Hilfe, also auch auf Gemeinschaft angewiesen.
Ein Café Milzgrund hatte
eigens für den Dekanatsfrauentag in der Milzgrundhalle geöffnet. Dort
trafen sich die Frauen zum Kaffee und unterhielten sich unter anderem
über ihre tollen Einkäufe, die sie allerdings nur tätigen konnten weil
sie alleine waren. Dass Alleinsein gar nicht so toll sein kann erzählte
eine Frau in Erinnerung an die Zeit als ihre Kinder noch klein und ihr
Mann oft beruflich unterwegs war.
Zwei alleinerziehende
Mütter hatten sich erst kürzlich kennen gelernt und überlegten wie sie
sich gegenseitig helfen können. Über den neuesten Ratsch und Tratsch
tauschten sich zwei Seniorinnen aus. Ob man besser ins Altenheim gehen
oder eine Senioren-WG gründen sollte, darüber machten sich zwei betagte
Damen so ihre Gedanken. Die Eine hatte sogar schon einen Plan entworfen,
wie die Räumlichkeiten des Hauses aufgeteilt werden könnten.
Zu Beginn des
unterhaltsamen Nachmittags bekam jede Besucherin ein buntes Papierteil,
dies konnte sie dann während der Kaffeepause auf eine weiße Leinwand
kleben. Am Ende war daraus eine lebendige Kollage entstanden, die sich
wiederum als gemeinsame Sache der Frauen entwickelte und somit ein
Ergebnis aus der Gemeinschaft heraus darstellte.
Viele der Besucherinnen
hatten ihre Kinder mitgebracht, die bei Spaß und Spiel betreut wurden.
Als Überraschung und Abschluss des kurzweiligen Nachmittags trugen die
Mädchen und Buben ein Lied vor, dessen Inhalt ebenfalls zum Thema
passte.
Mainpost vom 26.10.09
Claudia Schmidt
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